Watt willse denn?
Gestern habe ich im TV bei Markus Lanz ZDF-Gala „Glückauf Ruhr 2010“ reingezappt und bin fasziniert hängengbelieben.
Vor ca. 20 Jahren, in der Anfangszeit meiner Tätigkeit als Architektin, besuchte ich den Städettag in Berlin. Damals ging es mit der IBA Berlin gerade zu Ende und der Entschuss IBA Emscher Park wurde gefasst. Bis dato war die Landschaft in der Region zersiedelt, zerstückelt, zerstört. Die Vision des Emscher Landschaftsparks: Auf einer Fläche von 300 qkm die Landschaft wiederherzustellen und zu schützen, Grünflächen miteinander zu verbinden. Im Zeitraum von 1988 bis 1999 wurden mit 5 Milliarden Mark in die Projekte der IBA Emscher Park investiert und mehr als hundert Einzelprojekte über die 17 Städte der Emscher-Region verstreut. Jedes ist einzigartig, aber alle zusammen ergeben ein Netzwerk des Umbaus einer Industrieregion.
Der Pütt, wir lernten es noch in der Grundschule, das ist ein Gebiet wo der Himmel von den Abgasen der Industrieschornsteine dunkel ist und später, dass dass das Ruhrgebiet nach dem Krieg ein Schmelztiegel der Kulturen war und ein Ort der Arbeiterkultur. Mit den Krisen des Bergbaus jedoch musste sich eine ganze Region mit seinen Menschen einem gigantischen Wandel stellen, zu dem natürlich auch die Projekte der IBA Emscher Park ihren Beitrag geleistet haben.
Und was mich gestern im TV zum Schmunzeln brachte, war folgende Zitat eines Fernsehgastes:
Mutter und Tochter kommen an eine Frittenbude.
Tochter: “Ich will watt haben.”
Mutter:”Höm-ma, datt heißt aber nich ich will, datt heiss ich möchte.”
Tochter:”Ich möchte was haben …”
Mutter: “Ja gut, watt willse denn?”
Die sympathische Arbeiterseele dieses Gebietes ist sicherlich auch nach der IBA und nach allem strukturellen Wandel noch vorhanden.
Die Frage ist nur, wie lange noch?
